Die Bernsteinstraße – Geschichte und VerlaufBernstein werden seit Jahrtausenden magische Heilkräfte nachgesagt26.02.2010 Sebastian Haberland
Als Bernsteinstraße werden mehrere antike Handelswege bezeichnet. Meistens ist damit aber die östliche Landroute von Sankt Petersburg nach Aquileia gemeint.
Der Begriff Bernsteinstraße bezeichnet mehrere Handelswege des Altertums (Altstraßen) in Europa, auf welchen Bernstein von der Nordsee und Ostsee nach Süden transportiert wurde. Von den vier Bernsteinstraßen, war die östliche Landroute die bedeutendste. Sie reichte vom heutigen Sankt Petersburg bis nach Aquileia im Römischen Reich. Was ist Bernstein?Bernstein ist das fossile Harz der Bernsteinkiefer, welche bis vor etwa 40 Millionen Jahren auf dem Gebiet der heutigen Ostsee wuchs. Als diese Kiefernwälder aufgrund drastischer Klimaveränderungen versanken, wurde das Harz vom ansteigenden Meeresspiegel in alle Himmelsrichtungen verteilt. An stürmischen Tagen wird der Bernstein, welcher in großen Mengen an der Samlandküste lagert, an Land gespült. Dort wurde und wird er aufgesammelt und zum Beispiel zu Schmuck verarbeitet. Besonders schön wird das im Bernsteinmuseum Oksbøl gezeigt. Da Bernstein golden schimmert, wurde seine Entstehung häufig in direkte Verbindung mit den Göttern gebracht. Deshalb wird Bernstein auch „Träne der Götter" genannt. Die Heilkraft des BernsteinsBernstein werden eine Reihe von heilenden Kräften zugesprochen. Wahrscheinlich war dies auch der Hauptgrund für das Interesse der Römer am fossilen Harz. Im Mittelalter zählte er zu den Medikamenten mit der größten Heilkraft. Einsatzgebiete in der Steinheilkunde sind etwa:
Man unterscheidet vier BernsteinstraßenAus Sicherheitsgründen orientierten die Menschen des Altertums sich an Flussläufen, um die kostbare Fracht nach Süden zu transportieren. Hier waren Überfälle unwahrscheinlicher als etwa in Wäldern. Drei der vier Bernsteinrouten sind daher nach Flüssen benannt. Im Einzelnen gab es folgende Bernsteinstraßen:
Geschichte und Verlauf der ältesten BernsteinstraßeVermutlich handelten die Menschen auf der Nordseeroute bereits 1600 bis 600 vor Christus mit Bernstein. Auf dem europäischen Festland wurden erst wesentlich später Bernsteinstraßen eingerichtet, auch wenn er bereits seit der Vorzeit als kostbares Handelsgut bekannt war. Nachdem sich das Römische Reich im ersten Jahrhundert nach Christus bis an die Donau ausgedehnt hatte, wurde eine wintersichere Römerstraße zwischen Niederösterreich und Venedig eingerichtet und Stück für Stück erweitert. Letztendlich führte die östliche Landroute vom heutigen Sankt Petersburg über Estland, Litauen, Lettland, Polen, Tschechien, Österreich, die Slowakei und Ungarn nach Italien. Die Bernsteinstraße heuteDie Bernsteinstraße verlor ab dem dritten Jahrhundert zunehmend an Bedeutung und musste anderen Straßen weichen. Allerdings ist ihr Verlauf noch heute auf Luftbildern erkennbar. Etwa in Getreidefeldern oder auf Äckern. Der österreichische Verein „Die Österreichische Bernsteinstraße“ informiert unter anderem über die östliche Landroute und gibt Reisetipps. So gibt es heute eine Vielzahl von Gaststätten und Hotels die vom Mythos Bernsteinstraße leben.
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